Klausur: Datenschutz & Klimaschutz

Januar 24, 2020 0 Von Merle

Im Internet bin ich auf einen Blogeintrag gestoßen, welcher sich mit Klimaschutz und Datenschutz mit einem Beispiel der Organisation Extinction Rebellion beschäftigt hat, gestoßen. Extinction Rebellion speicherte nämlich Daten von Mitgliedern, in welchen vermerkt war, ob diese bereits kriminell aktiv waren oder eine zukünftige Tat nicht ausschließen würden. Des Weiteren beschäftigt sich der Eintrag mit dem generellen positiven Einfluss vom Datenschutz auf den Klimaschutz. Im Zuge dessen stellte ich mir die Frage, ob der Datenschutz für die Klimaschutzbewegung tatsächlich ein wichtiges Thema ist und sein sollte.

Dagegen würde jedenfalls sprechen, dass Datenschutz sehr aufwendig ist. Datenschutz ist ein Thema, welches selbst große Unternehmen überfordert. „Wo man derzeit hinhört, sind Anwaltskanzleien mit der Beratung und Erstellung von Datenschutzerklärungen überlastet. Datenschutzspezialisten und Datenschutzbeauftragte sind langfristig ausgebucht.“, schreibt beispielsweise der Rechtsanwalt Kai Harzheim in einem seiner Artikel. Auch Organisationen wie Extinction Rebellion, denen der Datenschutz doch eigentlich helfen sollte, müssen schauen, wie man den Forderungen dann auch nachkommen kann, obwohl sie sich doch eigentlich auf den Klimaschutz fokussieren sollten.

Des Weiteren ist ungewiss, wie hilfreich die Aktion tatsächlich sein wird. Dass die Daten mit denen Extinction Rebellion arbeitet heikel sind und in den falschen Händen für Probleme sorgen können, bestreite ich nicht, jedoch ist jedem dieser Menschen bewusst, dass er die Information im Internet preisgibt und somit potenziell die Möglichkeit besteht, dass weitere Personen bzw. Personengruppen Zugriff auf diese erlangen. Spätestens durch die Teilnahme an Aktionen von Extinction Rebellion begibt man sich sowieso in die Gefahr von der Polizei wahrgenommen zu werden, wie es hier bereits in großem Maße passiert ist. Bei der Einsparung von CO2, welche auch in dem Blogeintrag genannt wurde, sehe ich ebenso keine handfeste Verbesserung. „Gehen wir nämlich davon aus, dass nicht alle Server bereits mit Ökostrom betrieben werden, so erzeugt jeder Datenverkehr, jedes kleines Päckchen auf dem Weg durchs Netz, einen winzig kleinen C02-Fußabdruck.“, heißt es im Artikel, jedoch verbrauchen diese einzelnen Daten nur eine winzige Menge an CO2 und die Daten, die umher geschickt werden, um den Datenschutz umzusetzen und zu diskutieren wurden auch nicht mit einberechnet. Es fehlt dem Argument an Hand und Fuß, denn selbst wenn die eingesparten Daten so viel CO2 verursachen, würde sich das Problem doch genauso lösen, wenn das Ziel umgesetzt würde, dass auf Ökostrom umgestellt wird.

Auf der anderen Seite ist es jedoch schon möglich den CO2 Verbrauch dadurch zu vermindern, wenn man in größeren Dimensionen denkt. Würde man es schaffen den Verkehr der Datensammlungen der großen Internetkonzerne wie Facebook zu stoppen, wäre das Ausmaß sicherlich enorm. Unsere Daten werden von Konzernen immer weitergereicht, um Werbungen und Produkte an uns anzupassen und die Menge dieser Daten ist für uns unvorstellbar, hier zum Beispiel ein Artikel von t3n über die Datensammlung von Facebook: „Facebook sammelt nicht nur Daten über dich, wenn du es benutzt. Es sammelt sogar jeden Tastaturanschlag, den du tätigst. Facebook ist fast schon eine erkennungsdienstliche Behandlung, ganz ohne Rechtsgrundlage.“. Eine solche Datenmenge verbraucht auch entsprechend viel, um weitergereicht zu werden, und es ist entsprechend gut diesen Datenverkehr zu verhindern. Um das zu erreichen, müsste das Datenschutzgesetz um einiges strenger gemacht werden.

Ein etwas leichter umzusetzendes Ziel ist jedoch, dadurch die Mitglieder der Klimaschutzbewegung zu schützen und möglicherweise neue Mitglieder zu gewinnen. Wie ich bereits erwähnt habe, haben Mitglieder von Organisation wie Extinction Rebellion, die auch zu zivilem Ungehorsam greifen, oft die Gefahr sich bei solchen Aktionen mit der Polizei auseinandersetzen zu müssen. Gegen diesen Fakt kann man wenig tun, aber immerhin innerhalb der Organisationen und auf dessen Websites, sollte man sich um den Schutz der Mitglieder kümmern, denn wenn man sich geschützt fühlt, kommt man vielleicht eher auf die Idee sich mit diesen Aktionen zu beschäftigen und auch daran teilzunehmen.

Meiner Meinung nach ist der Datenschutz tatsächlich ein Vorteil für die Klimaschutzbewegung, allerdings gehört es für mich nicht zu den wichtigsten Themen. Die Umsetzung ist in der Tat nicht einfach, aber sich darum zu kümmern die eigenen Websites sicherer zu machen, ist eine Sache die besonders Organisation, die nicht immer auf der Seite des Gesetzes handeln, machen sollten und die richtig und wichtig ist. Sich um den gesamten Datenschutzverkehr der Erde zu kümmern, gehört für mich aber nicht zu den Aufgaben, mit denen sich die Klimaschutzbewegung identifizieren sollte, denn das Thema ist wichtig, für den Klimaschutz gibt es aber Ziele, die weitaus effektiver sind und um die man sich vorerst kümmern sollte.